Im Jahre 1528 kehrte der spanische Eroberer Hernando Cortez aus Mexiko in seine Heimat zurück. Er berichtete von einem bitteren, gleichwohl aber nahrhaften Getränk, das er am Hofe Montezumas kennen gelernt hatte. Die Basis dieses Getränks bildete die Kakaobohne "xocolatl". Für die Azteken hatten die unscheinbaren Samen der Kakaofrucht aber nicht nur eine kulinarische, sondern auch eine monetäre Bedeutung: Sie führten die Bohnen als Zahlungsmittel.

Der Siegeszug der Schokolade
Man sollte vermuten, dass eine derartige Delikatesse sehr zügig in Europa Einzug hielt. Die aus den Kakaobohnen hergestellte Schokolade trat jedoch erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts ihren Siegeszug durch europäische Adelshäuser an. Spanier brachten das Geheimnis der Schokoladenherstellung nach Frankreich.

Im Laufe der Zeit entstanden in Frankreich und später auch in Holland, England und Spanien die ersten Schokoladenstuben. In diesen Clubs gaben sich privilegierte Genießer, außerhalb ihrer privaten Räume, beim Genuss einer Tasse Schokolade schöngeistigen Gesprächen hin.

Die Erfindung der Praline
Im 17. Jahrhundert hatten schlaue Köpfe die Idee, der Kakaomasse Zucker beizumengen, um ihr den bitteren Geschmack zu nehmen. In diese Zeit fällt auch die Erfindung der Praline. Sie wurde aber nicht etwa in Frankreich kreiert. Es war tatsächlich die Erfindung eines Deutschen.

Als der Herzog Caesar Choiseul du Plessis-Praslin vom Sonnenkönig Ludwig XIV. als Beobachter in den Reichstag nach Regensburg entsandt wurde, hatte er seinen Koch nicht mitgebacht. Einem von der Fugger-Familie bereitgestellten Koch fielen versehentlich gebrannte Mandeln in einen Topf mit flüssiger Schokolade. Diese verunglückten Mandeln kredenzte er dem Herzog. Der Herzog war vom Geschmack begeistert und nannte das Zufallsprodukt nach seinem Namen
"Pra(s)lin".